Im vorhergehenden Artikel sind wir zu dem Schluss gekommen, dass uns die niedrigen Erwartungen, die an uns Teenager gestellt werden, lähmen. Warum ist das so? Nun, es ist ähnlich wie in vielen anderen Bereichen des Lebens auch: Der Mensch richtet seine Leistung an dem aus, was von ihm erwartet wird. Wenn beispielsweise das Niveau in einer Klasse hoch ist, werden alle (mehr oder weniger) nach oben mitgezogen. Wenn aber keiner in der Klasse glaubt, man wäre in einer besonders leistungsstarken und ehrgeizigen Klasse, dann ist es nur eine Frage der Zeit, bis sich das Niveau im Keller befindet.
So ist es auch mit uns Jugendlichen: Man erwartet, dass wir z.B. viel Spaß haben müssen, den Modetrends folgen, aber auch „herumhängen“, unselbständig und träge sind, ganz einfach faul. Das ist zwar nicht immer so, wird uns aber überall so vorgemacht: In den Medien, von Gleichaltrigen… Leider zieht das ganz schön nach unten. Und wir merken, dass uns etwas fehlt, dass irgendetwas nicht stimmt. Schon im Neuen Testament, also dem zweiten Teil der Bibel, gibt es dazu eine interessante Aussage des Apostels Paulus:
„Als ich ein Kind war, redete ich wie ein Kind, dachte wie ein Kind und urteilte wie ein Kind. Als ich ein Mann wurde, legte ich ab, was Kind an mir war.“ (1.Korinther 13,11)
Und wie ist es mit uns? Wollen wir länger darüber frustriert sein, dass uns die Jugendzeit keinen Sinn gibt? Weil wir den niedrigen Erwartungen einer „jugendorientierten“ (Jugend-)Kultur folgen? Und was sind die Folgen? Hier ist eine schöne Zusammenfassung:
„Wir verschwenden einige der besten Jahre unseres Lebens und erreichen nie unser eigentliches Potential. Wir tun nie etwas, was uns streckt, stärkt und wachsen lässt. Und so sind wir schwach und unvorbereitet – unvorbereitet auf die großartige Zukunft, die wir haben könnten. Uns gefällt die Freiheit und Bequemlichkeit, die wir aufgrund der geringen Erwartungen haben, aber in Wirklichkeit werden wir dadurch des vollen Lebens beraubt.“*
Bestimmt ist das nicht das, was du dir wünschst! Wie soll es aber anders sein?
Wir müssen die niedrigen Erwartungen, die uns lähmen, den „Mythos der Jugendzeit“, abschütteln und uns an den Fähigkeiten ausrichten, die Gott in uns junge Menschen gelegt hat. Auch dazu stammt ein erhellendes Zitat von Paulus, der in einem Brief an einen jungen Mann namens Timotheus schrieb:
„Niemand soll dich verachten, weil du noch jung bist. Sei allen Glaubenden ein Beispiel mit deinem Reden und Tun, deiner Liebe, deinem Glauben und deiner Reinheit.“ (1. Timotheus 4,12)
Das trifft den Kern schlechthin. Also – was hält dich noch zurück? Auf geht es – zu einer Revolution! Und zwar zu einer Revolution „für das volle Leben, wie Gott es uns wünscht!“**
Nächster Artikel: Jugendzeit = Start ins Leben
*Harris, Yes You Can, S. 51, Gerth Medien, 2009
** ebd., S. 30